
Gesundheitsreisen
Urlaub von den Wechseljahren
Vorbeugen ist besser als teure Therapien zu zahlen, sagen viele Krankenkassen und fördern Präventionsreisen. Hier können Frauen lernen, mit Entspannung, Sport und gesundem Essen gut durchs Klimakterium zu kommen.
Job, Familie und dazu die Wechseljahre: Für viele Frauen ist die Hormonumstellung im Klimakterium eine zusätzliche Belastung zu ihrem alltäglichen Stress. Sie fühlen sich unwohl, schlafen schlecht, sind reizbar, manche sogar depressiv. Ferien kommen da genau richtig. Und Ferien für die Gesundheit erst recht. Das finden auch die Krankenkassen und unterstützen sogenannte Präventionsreisen. Das ist Gesundheitsurlaub, bei dem Wechseljahrsgeplagte Zeit zum Ausspannen finden und aktiv etwas für sich tun, indem sie z.B. eine Entspannungstechnik lernen oder Stress durch Bewegung abbauen.
Reiseziel: Gesundheit
Die Reiseziele liegen meist in schöner Umgebung und die Angebote klingen gut. So wie dieses: „Das ganze Jahr den Frühling unter Italiens Sonne genießen und gleichzeitig das Beste für die Gesundheit tun – in einem der international beliebtesten Kurorte: Abano Terme, vor den Toren Venedigs, mit seinen weltbekannten und natürlichen Heilmitteln.“ Sieben Übernachtungen im Doppelzimmer mit Halbpension statt 539 Euro nur 389 Euro pro Person. Möglich macht es ein Kassenzuschuss von 150 Euro. Denn laut Sozialgesetzbuch dürfen gesetzliche Krankenversicherungen Präventionsprogramme unterstützen, die Bewegung, Entspannung, gesunde Ernährung und Suchtprävention fördern. Sie sollen sogar.
Zum Vorbeugen motivieren
Mit Gesundheitskursen im Urlaub versuchen die Krankenkassen ihre Versicherten noch mehr zum Vorbeugen zu motivieren, als Rückenschulen in Turnhallen oder kalorienarmes Kochen in VHS-Küchen es vermögen. Mit Erfolg. Kassen, die Präventionsreisen bieten, registrieren großes Interesse. Allein bei der Gmünder Ersatzkasse (GEK) buchten 2006 rund 9.500 Versicherte einen Gesundheitsurlaub und packten ihre Koffer, um Erholen und Trainieren zu verbinden. Im italienischen Abano Terme beispielsweise machen Versicherte Aquafitness und lernen Yoga. In Bad Füssing hingegen üben die Kassen-Urlauber Progressive Muskelentspannung und Nordic Walking oder auch Qigong und Tai Chi.
Lust auf mehr machen
Die Präventionsreisen der Kassen richten sich an gesunde Mitglieder - ein Krankenschein oder eine Überweisung ist nicht nötig. Die Kompaktkurse sollen vor allem Berufstätige ansprechen, die sonst nicht zum Sporttreiben oder bewusstem Essen kommen. Die Gesundheitsurlauber, so die Hoffnung, werden dadurch angeregt, zu Hause weiter zu machen. Einige Krankenkassen bezuschussen Reisen externer Anbieter, die meisten arbeiten aber mit einem Reiseveranstalter zusammen.
Kasse beteiligt sich an den Kurskosten
Oft können die Versicherten direkt beim Reiseveranstalter buchen, der häufig auch den Zuschuss der Kasse vom Reisepreis abzieht. In manchen Fällen müssen die Versicherten den Reisepreis vorstrecken. Sie erhalten den Betrag zurück, wenn sie ihrer Kasse eine Teilnahmebestätigung vorlegen. Um diese zu erhalten, muss man mindestens 80 Prozent eines Gesundheitskurses absolviert haben. Die Höhe des Zuschusses variiert allerdings. Im Schnitt zahlen die Krankenkassen etwa 75 Euro pro Kurs und maximal 150 Euro pro Reise und Jahr. In der Regel muss die Gesundheitsreise mindestens zwei verschiedene Angebote aus der Palette Bewegung, Entspannung, Ernährung und Suchtprävention enthalten. Wer auf Nummer sicher gehen will, legt vorm Buchen das Programm seiner Kasse vor. Die Versicherungen betonen, dass sie nur die Gesundheitsprogramme bezuschussen, nicht aber Fahrt und Unterkunft. Die müssen die Präventionsurlauber selbst organisieren und finanzieren.











