
Zyklusbeschwerden & PMS
Wenn sich die Regel an keine Regel hält
Extreme Reizbarkeit, Brustspannen, schmerzhafte Blutungen: In den Wechseljahren nehmen prämenstruelle Beschwerden häufig zu. Wenig Stress, viel Bewegung und pflanzliche Arzneimittel können sie lindern.
In den Wechseljahren wird der Zyklus unregelmäßiger. Das finden viele Frauen gar nicht so schlimm. Wenn die Periode schließlich kommt, ist sie jedoch oft mit starken Blutungen und Schmerzen verbunden. Außerdem erleben viele Frauen in den Wechseljahren, dass prämenstruelle Beschwerden zunehmen.
Insgesamt gibt es ungefähr 150 verschiedene Symptome des prämenstruellen Syndroms, kurz PMS genannt. Mediziner unterscheiden psychische Anzeichen wie Stimmungsschwankungen und Reizbarkeit, vegetative wie Wassereinlagerungen und Heißhunger sowie körperliche Symptome wie Brustziehen und Unterleibsschmerzen. "Es gibt Hunderte von Therapien für das prämenstruelle Syndrom, aber es gibt keine einzige, die bei jeder Frau gleichermaßen wirkt", urteilen die Gynäkologinnen Dr. Barbara Ehret und Dr. Mirjam Roepke-Buncsak. Wer stark unter PMS leidet, sollte daher zusammen mit einer Frauenärztin ein Profil seiner individuellen Beschwerden erstellen und nach geeigneten Hilfen suchen.
Regelmäßig Rad fahren und wenig Schokolade essen
Überlastung und Erschöpfung verstärken prämenstruelle Beschwerden, haben die Gynäkologinnen Ehret und Roepke-Buncsak festgestellt. Oft hilft es daher schon, weniger hart zu arbeiten und mehr für sich zu tun. Zudem kann regelmäßiger Ausdauersport PMS lindern, da der Körper dabei vermehrt die "Glückshormone" Dopamin und Serotonin ausschüttet, die die Laune heben. Gute Stimmungsmacher sind z.B. Radfahren, Laufen und Schwimmen.
Mönchspfeffer harmoniert den Zyklus und bessert Brustbeschwerden
Die Naturheilkunde bietet ebenfalls einiges gegen PMS: Keuschlammfrüchte (oder auch Mönchspfeffer; Agnus castus) sind ein erprobtes Mittel, um einen unregelmäßigen Zyklus zu harmonisieren und prämenstruelle Beschwerden zu lindern. Eine Studie der Universität Gießen zeigte, dass ein Agnus-castus-Extrakt PMS deutlich bessert. Vor allem die typischen Brustschmerzen verschwanden bei fast 70 Prozent der betroffenen Frauen. Die Wirkung der Pflanze beruht auf der Freisetzung von Dopamin.
Dadurch normalisiert sich die Ausschüttung des milchbildenden Hormons Prolaktin in der Hirnanhangdrüse. "Das vermindert beispielsweise das lästige Spannungsgefühl in der Brust vor den Tagen", erklärt Professor Dr. Wolfgang Wuttke von der Universitäts-Frauenklinik Göttingen. Mönchspfeffer ist gut verträglich. Nur gelegentlich treten juckende Quaddeln auf, wenn jemand allergisch auf Agnus castus reagiert. Wie bei allen pflanzlichen Arzneimitteln dauert es einige Wochen, bis Mönchspfeffer seine Wirkung entfaltet. Als Tagesdosis empfehlen Ärzte 30-40 mg Mönchspfeffer.
Traubensilberkerze reguliert die Regel und lindert schmerzhafte Blutungen
Ein weiteres PMS-Mittel aus der Naturapotheke ist die Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa). Sie hat sich bei einem unregelmäßigen Zyklus und schmerzhaften Monatsblutungen bewährt. Traubensilberkerze wirkt nicht nur gegen prämenstruelle Beschwerden, sie lindert auch Wechseljahressymptome wie Hitzewallungen. Um einen guten Effekt zu erzielen, sollten Frauen 40-80 mg Traubensilberkerze pro Tag nehmen, rät Prof. Dr. Ingrid Gerhard, Frauenärztin mit Schwerpunkt Naturheilkunde. Eine Wirkung setzt ca. vier bis sechs Wochen nach der ersten Einnahme ein; für die Dauer der Behandlung werden mindestens drei Monate empfohlen.











